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| Ein Ausstellungsbereich in einem Museum stellt die jungsteinzeitliche Changbin-Kultur dar, die bis vor 5000 Jahren in Taitung blühte. (Chang Su-ching) |
Die Republik China wurde im Jahre 1912 auf dem chinesischen Festland gegründet. Damals befand Taiwan sich wegen des 1895 unterzeichneten Vertrages von Shimonoseki, in dem der Qing-Hof Taiwan an Japan abtrat, unter japanischer Kolonialherrschaft. Am Ende des Zweiten Weltkrieges begann die in Nanjing residierende Regierung der Republik China die Hoheitsgewalt über Taiwan auszuüben, als Japan im Rahmen der Kapitulationsbedingungen die Souveränität über Taiwan aufgab.
Vier Jahre später wurde der Sitz der Regierung der Republik China nach der Niederlage der
Nationalen Volkspartei
(Kuomintang, KMT) im chinesischen Bürgerkrieg nach Taiwan verlegt. Seitdem übt die Republik China weiterhin die
faktische Hoheitsgewalt über die Hauptinsel Taiwan und mehrere kleinere Inseln aus, so dass Taiwan und das chinesische Festland von unterschiedlichen Regierungen beherrscht werden.
Die Behörden in Beijing haben nie die Souveränität über Taiwan oder die anderen Inseln unter der Verwaltung der Regierung der Republik China in Taipeh ausgeübt. Unter den Bürgern der Republik China gibt es verschiedene Meinungen darüber, ob es am besten wäre, den Status Quo unbegrenzt beizubehalten oder ein anderes Verhältnis mit dem chinesischen Festland auszuarbeiten. In jedem Fall teilen sie die Überzeugung, dass ihre Zukunft auf der Grundlage von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit beruhen muss, und dass nur sie das Recht haben, über ihre Zukunft zu entscheiden.
Da das faktische Territorium der Republik China hauptsächlich aus Taiwan besteht, beschränkt die folgende Zeittafel sich überwiegend auf Taiwans aufgezeichnete Geschichte, die etwa 400 Jahre zurückreicht.
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Zeittafel der aufgezeichneten Geschichte
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| 1624 |
Die holländische Ostindienkompanie baut eine Basis in Südwesttaiwan auf und beschäftigt chinesische Arbeitskräfte, die auf ihren Reisfeldern und Zuckerrohrplantagen arbeiten. Davor war die Insel jahrtausendelang Heimat für austronesische Völker, wobei es in früheren Jahrhunderten kurze Besuche von einigen wenigen chinesischen und japanischen Kaufleuten, Fischern und Piraten gab. |
| 1626 |
Auf den Philippinen ansässige spanische Abenteurer richten einen Stützpunkt in Nordtaiwan ein, werden aber im Jahre 1642 von den Holländern vertrieben. |
| 1662 |
Eine von Zheng Cheng-gong (Koxinga) geführte Armee, die Zuflucht vor den Mandschus sucht, die das China der Ming-Dynastie (1368-1644) erobert hatten, vertreibt die Holländer und gründet ein neues Königreich. |
| 1683 |
Truppen der Qing-Dynastie dringen in Taiwans Küstengebiete im Westen und Norden vor. |
| 1885 |
Taiwan wird in den Rang einer Provinz des Qing-Kaiserreichs erhoben. |
| 1895 |
Nach der Niederlage in einem Krieg gegen Japan unterzeichnet die Qing-Regierung den Vertrag von Shimonoseki, in dem sie die Souveränität über Taiwan an Japan abtritt. Japan regiert die Insel die folgenden 50 Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. |
1911~
1912 |
Chinesische Revolutionäre stürzen die Qing-Dynastie und gründen die Republik China. |
| 1943 |
Während des Zweiten Weltkriegs trifft sich der
Führer der Republik China, Generalissimus Chiang Kai-shek, mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill in Kairo. Mehrere Tage nach Abschluss der Kon-ferenz wird eine gemeinsame Erklärung mit der Bezeichnung „Kairo-Deklaration“
veröffentlicht und darin verkündet, dass „...alle Gebiete, die Japan den Chinesen gestohlen hat, wie die Mandschurei, Formosa [Taiwan] und die Pescadoren
[Penghu-Inselgruppe], der Republik China zurückgegeben werden sollen.“ |
| 1945 |
Nach dem Zweiten Weltkrieg empfängt die Regierung der Republik China die Kapitulation des japanischen Militärs in Taiwan und erklärt die Insel zu einer Provinz der Republik China. |
| 1947 |
Die Verfassung der Republik China wird am 1.
Januar in Nanjing auf dem chinesischen Festland verkündet und tritt am 25. Dezember in Kraft. Im März und den Folgemonaten unterdrücken vom Festland entsandte Truppen der Republik China einen großen Aufstand von Taiwanern, der durch den Zwischenfall am 28. Februar ausgelöst wurde. |
| 1948 |
Während in China der Bürgerkrieg zwischen der von der KMT geführten Regierung der Republik China und Rebellen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) tobt, werden die
Zeitweiligen Bestimmungen für die Periode der kommunistischen Rebellion verabschiedet, welche die Verfassung außer Kraft setzen und die Vollmachten des Präsidenten erheblich vergrößern. |
| 1949 |
Die Regierung der Republik China und 1,3 Millionen Chinesen ziehen sich nach Taiwan zurück, auf dem Festland gründet die KPCh die Volksrepublik China. Das Kriegsrecht wird verhängt und bleibt bis 1987 in Kraft. Seitdem werden Taiwan und das chinesische Festland von unterschiedlichen Regierungen verwaltet. |
| 1971 |
Die Republik China zieht sich wegen einer bevorstehenden Abstimmung der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN), die den Sitz Chinas den Behörden in Beijing übergeben soll, aus der UN zurück. |
| 1979 |
Aktivisten, die in der südtaiwanischen Stadt Kao-hsiung für Demokratie demonstrieren, werden von der KMT-Regierung festgenommen, von einem
Militärgericht wegen Volksverhetzung verurteilt und für viele Jahre inhaftiert. Manche von ihnen und ihre Verteidiger spielen später Schlüsselrollen bei der Bildung und Entwicklung der heutigen größten Oppositionspartei, der Demokratischen Progressiven Partei (DPP). |
| 1987 |
Das Kriegsrecht wird aufgehoben, die Demokratisierung kommt in Schwung. |
| 1991 |
Die Zeitweiligen Bestimmungen für die Periode der kommunistischen Rebellion werden abgeschafft, und von jenem Jahr bis 2005 wird die Verfassung der Republik China sieben Mal überarbeitet, um sie besser an die aktuelle Lage anzupassen. |
| 1996 |
Die Republik China hält ihre erste Direktwahl des Staatspräsidenten ab, bei welcher Lee Teng-hui und sein Stellvertreter-Kandidat Lien Chan von der KMT 54 Prozent der Stimmen erhalten. |
| 2000 |
Chen Shui-bian und Lu Hsiu-lien von der DPP gewinnen die Wahl für das Amt des Staatspräsidenten und Vizepräsidenten mit einer einfachen Mehrheit von 39 Prozent der Stimmen bei insgesamt fünf Kan-didatenpaaren, womit die 55-jährige Herrschaft der KMT in Taiwan endet und der erste friedliche Machtwechsel politischer Parteien vollzogen wird. |
| 2004 |
Gleichzeitig mit der dritten direkten Präsidentschaftswahl, bei der Chen und Lu mit knapper Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt werden, findet das erste nationale Referendum statt. |
| 2008 |
Ma Ying-jeou und Vincent Siew werden zum Präsidenten und Vizepräsidenten der Republik China gewählt, ihr Stimmenanteil beträgt 58 Prozent der abgegebenen Stimmen, was den zweiten Wechsel der Regierungspartei in Taiwan nach sich zieht. |
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