Taiwan at a Glance
Title picBeziehungen über die Taiwanstraße
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Seit die Regierung der Republik China sich 1949 nach Taiwan zurückzog, hat sie die Herrschaft nur noch über die Hauptinsel Taiwan und ein paar kleinere Inseln ausgeübt, während das Festland unter der Kontrolle der Behörden in Beijing ist. Seit sich Taiwans Demokratisierung Ende der achtziger Jahre zu beschleunigen begann, haben sich die Regierung und die Bürger um die Förderung von freundlichem, für beide Seiten vorteilhaften Austausch mit dem Festland bemüht. Viele Beschränkungen für Wirtschaftsaustausch über die Taiwanstraße der letzten beiden Jahrzehnte wurden aufgehoben. Heutzutage ist Taiwan einer der größten Investoren auf dem chinesischen Festland, und gut eine Million taiwanische technische Fachleute und Manager arbeiten und leben mit ihren Familien dort.

Mit dem Ziel, die Beiträge der Republik China zu Frieden und Stabilität in der Region zu stärken, strebt die neue Regierung von Präsident Ma Ying-jeou, die am 20. Mai 2008 in ihr Amt eingeführt wurde, danach, unter dem Prinzip „Taiwan an erster Stelle, Wohl für das Volk“ engere und freundschaftlichere Beziehungen mit dem chinesischen Festland zu pflegen. Die beiden Regierungen hüben und drüben konzentrieren sich seitdem auf Fragen von unmittelbarer, praktischer Bedeutung für Taiwan und Festlandchina, und knifflige Fragen der Souveränität wurden beiseite gestellt.

Durch Dialog zwischen Taiwans halboffizieller Stiftung Austausch über die Taiwanstraße (Straits Exchange Foundation, SEF) und der festlandchinesischen Vereinigung für die Beziehungen über die Taiwanstraße (Association for Relations across the Taiwan Straits, ARATS) wurden bei Austausch und Zusammenarbeit über die Taiwanstraße wesentliche Fortschritte erzielt. Die erste Gesprächsrunde, die im Juni 2008 in Beijing stattfand, markierte die Wiederaufnahme der institutionalisierten Verhandlungen zwischen den beiden Seiten und einen historischen Durchbruch bei der Interaktion über die Taiwanstraße. Im November wurde in Taipeh eine zweite Gesprächsrunde mit der Unterzeichnung von vier Abkommen über direkte Flugverkehrs- und Seetransportverbindungen, Postdienst und Nahrungsmittelsicherheit abgeschlossen. Die Gespräche in Taipeh waren insofern bedeutsam, als eine ARATS-Delegation dabei erstmals taiwanischen Boden betrat — ein klares Zeichen dafür, dass beide Seiten anerkennen, wie wichtig Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit bei ihrem Umgang sind. Während der dritten Verhandlungsrunde in Nanjing im April 2009 wurden drei Abkommen unterzeichnet, und zwar über die Ausweitung der Passagier- und Frachtflüge über die Taiwanstraße, Kooperation im Finanzbereich sowie gemeinsame Verbrechensbekämpfung und gegenseitige Hilfe der Justiz. Überdies wurde eine gemeinsame Erklärung über die Öff-nung Taiwans für festlandchinesische Inves-titionen abgegeben.

Im ersten Jahr der neuen Regierung wurden direkte Passagier- und Frachtflugverbindungen zwischen Städten auf beiden Seiten und direkte Schifffahrtsverbindungen eingerichtet, der Postdienst über die Taiwanstraße wurde ausgeweitet, festlandchinesische Medienkorrespondenten sind in Taiwan stationiert, und die Zahl von Besuchen festlandchinesischer Touristen auf Taiwan ist dramatisch gestiegen. Daneben wurden Beschränkungen im Finanzbereich gelockert, so dass man die festlandchinesische Währung in Taiwan umtauschen kann. Diese Entwicklungen unterstreichen einen Wandel in den Einstellungen der Regierungen in Taipeh und in Beijing, der einer Pflege der Zusammenarbeit und dem Aufbau gegenseitigen Vertrauens förderlich ist.


Riesenpandas aus der festlandchinesischen Provinz Sichuan, die jetzt im Zoo von Taipeh leben, symbolisieren das Tauwetter in den Beziehungen über die Taiwanstraße. (Jimmy Lin)


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