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Der Hafen Kaohsiung, ein natürlicher Tiefwasserhafen im Süden Taiwans, ist ein bedeutendes Umschlagszentrum in der asiatisch-pazifischen Region. (Berlin Chi) |
Taiwans solide ökonomische Grundlagen sorg-ten dafür, dass das Land die schädlichen Folgen der Finanzkrise in Asien Ende der neun-ziger Jahre relativ unbeschadet überstand.
Allerdings wurde die Insel wegen der Export-orientierung ihrer Wirtschaft anfällig gegenüber dem wirtschaftlichen Abschwung, der durch die aktuelle globale Finanzkrise ausgelöst wurde. Die Wachstumsrate für das reale Bruttoinlandsprodukt von 2008 wurde nach unten auf 0,12 Prozent korrigiert. Trotzdem belegte Taiwan nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 2008 auf der Rangliste der größten Warenimporteure und –exporteure der Welt Platz 18. Daneben verfügte das Land am Ende des gleichen Jahres weltweit über die viertgrößten Devisenreserven.
Maßgebende jährliche Studien über die Volkswirtschaften der Welt — einschließlich jenen, die vom Weltwirtschaftsforum, Business Environment Risk Intelligence, dem International Institute for Management Development (IMD) oder dem Economist Intelligence Unit durchgeführt werden — haben Taiwan im Hinblick auf das Potenzial für langfristiges Wirtschaftswachstum und technologische Entwicklung übereinstimmend unter den Spitzenländern der Welt eingeordnet. Die Ergebnisse von Studien der Jahre 2008 bis 2009 (siehe die Ta-belle „Taiwan in der Rangliste globaler Studien“ auf Seite 46-47) waren keine Ausnahmen.
Kleine und mittlere Unternehmen, die fast 98 Prozent aller Unternehmen in Taiwan ausmachen, spielen in der Wirtschaft des Landes eine Schlüsselrolle. Ihre Effizienz bei Vermögensnutzung, ihre starken Innovationskapazitäten und erhöhte Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben in den jüngsten Jahren bei Kapital und Arbeitsproduktivität ein schnelleres Wachstum als in großen Unternehmen ermöglicht. Dank ihrer herausragenden Leistungen erreichten sie in einer IMD-Studie des Jahres 2008 hinsichtlich internationaler Wettbewerbsfähigkeit weltweit Rang vier und im asiatischen Vergleich Rang zwei.
Wie in den vorangegangenen Jahren schnitt die Informations- und Elektronikindustrie in Taiwans Wirtschaft weiterhin gut ab und verzeichnete beim Produktionsvolumen eine jährliche Zunahme von 6,82 Prozent, obwohl der Produktions-Herstellungsindex um 1,56 Prozent gesunken war. Der Löwenanteil der Hightech-Einkünfte wurde von Firmen erzeugt, die im Wissenschaftspark Hsinchu, im Wissenschaftspark Südtaiwan und im Wissenschaftspark Zentraltaiwan ansässig sind. Nach Angaben des Nationalen Wissenschaftsrates erreichten im Jahre 2008 die Gesamteinkünfte der drei Parks 59 Milliarden US$.
Der Wissenschaftspark in Hsinchu, in dem 70 Prozent der Einkünfte aus der Industrie integrierter
Schaltkreise (IC) kommen, trug dazu bei, dass Taiwan seine dominante Position auf dem IC-Weltmarkt halten konnte. 2008 hatte Taiwan einen Weltmarktanteil von 64 Prozent im Sektor Vertragsherstellung von IC-Chips — eine Branche, bei der Taiwan eine Pionierrolle innehat — und von 47 Prozent beim Markt der IC-Verpackung sowie 65 Prozent beim Markt für IC-Tests. Achtzehn 12-Zoll-Waferfabriken sind derzeit in Betrieb, sechs weitere sind im Bau, damit sind Taiwans Chiphersteller in einer stabilen Position, in den kommenden Jahren ihre Führung bei Vertragsherstellung zu behalten.
Die Regierung der Republik China handelte schnell, um die Binnennachfrage zur Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums zu stimulieren, bis die Aussichten auf eine Erholung der Weltwirtschaft klarer werden, und schnürte zudem ein vierjähriges Wirtschaftspaket mit einem Umfang von 500 Milliarden NT$ (10,87 Milliarden Euro). Es umfasst einen Teil der „i-Taiwan 12 Projekte“ in den Bereichen Verkehr, Industrie und Umwelt, die ein bedeutender Bestandteil von Präsident Ma Ying-jeous Wahlprogramm
waren. Rund zehn Prozent des Budgets sind für die Entwicklung grüner Energie bestimmt, die auf der Tagesordnung der Regierung einen hohen
Stellenwert besitzt, um auf diese Weise Investitionen anzuregen und Taiwans Kohlendioxid-Emissionen zu vermindern.
WIRTSCHAFTSPROFIL 2008
BIP (nominal): 391,278 Milliarden US$
Pro-Kopf-BIP (nominal): 17 083 US$
Pro-Kopf-BIP (PPP-Schätzung des IWF): 30 881 US$
Dienstleistungen machten 73,17 Prozent des BIP aus. Schlüsselbereiche in diesem Sektor waren unter anderem Großhandels- und
Einzelhandelsbetriebe (19,23 Prozent des BIP), finanzielle Dienstleistungen und Versicherungen (10,02 Prozent), Immobilien- und Leasingunternehmen (8,59 Prozent) und Transport-, Lagerungs- und Kommunikationsanbieter (5,85 Prozent).
Herstellung machte 21,85 Prozent des BIP aus. Zu den wichtigeren Herstellungsgütern zählten unter anderem Chips mit integrierten Schaltkreisen, Flüs-sigkristallbildschirme (LCD), andere Halbleiter- und Elektronikkomponenten, Präzisionsinstrumente, Elektromaschinen, mechanische und elektrische Geräte, Textilien, Kunststoffe und andere petrochemische Produkte sowie Eisen und Stahl.
Landwirtschaft und andere Bereiche wie Bauwesen, Bergbau und Gas machten 4,98 Prozent des BIP aus.
HANDELS- UND INVESTITIONSPROFIL 2008
Bilaterales Handelsvolumen: 496,08 Milliarden US$
Exporte: 255,63 Milliarden US$, Importe: 240,45 Mil-liarden US$
Handelsbilanz: Überschuss von 15,18 Milliarden US$
Hauptexportmärkte: Festlandchina (einschließlich Hongkong) 39,0 Prozent, ASEAN-6* 15,0 Prozent (Singapur 4,6 Prozent), USA 12,0 Prozent, Europäische Union 11,0 Prozent (Deutschland 2,2 Prozent), Japan 6,9 Prozent, Südkorea 3,4 Prozent
Hauptimportlieferanten: Japan 19,3 Prozent, Festlandchina (einschließlich Hongkong) 13,7 Prozent, USA 10,9 Prozent, Europäische Union 8,2 Prozent (Deutschland 3,1 Prozent), Saudi-Arabien 6,3 Prozent, Südkorea 5,5 Prozent
Devisenreserven: 317,56 Milliarden US$ (Juni 2009)
Gemeldete Direktinvestitionen in Taiwan: 8,23 Mil-liarden US$
Gemeldete Direktinvestitionen im Ausland: 15,16 Milliarden US$ (in Festlandchina 10,69 Milliarden US$)
* ASEAN-6: Sechs der zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten, darunter Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
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Taiwan in der Rangliste globaler Studien |
| Thema der Studie
(Datum der Veröffentlichung) |
Rang |
Untersuchte Länder |
Durchführendes Institut |
| Investitionsklima
(April 2009)
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5 |
50
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Business Environment
Risk Intelligence
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Globale Wettbewerbs-fähigkeit für 2008-2009
(Oktober 2008)
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17
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134
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World Economic Forum |
| Wirtschaftsumfeld-Rangliste 2009-2013 (April 2009) |
16
|
82
|
Economist
Intelligence Unit
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Wettbewerbsfähigkeits-Index der Informationstechnologie-Gewerbe
(September 2008) |
2
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66
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Economist
Intelligence Unit
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| Index für Vernetzte Be-reit-schaft 2008-2009
(März 2009)
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13
|
134
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World Economic Forum |
| Entwicklungsindex für Informations- und Kommunikationstechnologie 2007 (März 2009) |
25
|
154
|
UN International
Telecommunication Union
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Leistungsniveau e-Verwaltung
(August 2008) |
2 |
198 |
Brookings Institution |